SLAP ME BABY

Im Gespräch mit lu.glue

Auf dieser Seite findest du ein Gespräch, das solo mit lu für das erste Slap Me Baby Zine geführt hat.

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WIE UND WARUM HAST DU MIT DEM KLEBEN ANGEFANGEN? WAS HAT DICH INSPIRIERT, STICKERS ZU MACHEN?
Das Bunte im Grau; eine ungewöhnliche Erscheinung; die anonyme Spur eines Menschen, der sich hier offenbarte- Ausgefallenheiten im öffentlichen Raum haben eine besondere Anziehung auf mich, denn sie sind Zeitzeugnisse. Sie regen zum Geschichten erdenken an. Oft sind sie auch ungehorsam da „illegal“, das passt mir ziemlich gut, da mir für Autoritäten, sinnlose Regeln & Konformität viel Verständnis fehlt. „Nicht normales“, Ausbrechendes und Herausragendes in stark uniformierten Umgebungen finde ich erfrischend. Eine solche Sprache habe ich lange für mich selbst gesucht, wusste allerdings nicht, welches Medium für mich am besten funktioniert. Den entschei- denden Ausschlag gab dann eine glückliche Begegnung mit einer Basler Street-Art-Künstlerin. Ihre Kleberaktivität inspirierte mich so sehr, dass ich mich gleich mit meinem ersten Material bei ihr eindeckte und loslegte.

WIE LANGE BIST DU SCHON AM KLEBEN?
Seit 2014

WAS SIND DEINE GEDANKEN ZUR STICKER-SZENE IN BASEL?
Sie ist nach meinem Empfinden eher eine kleine bis mittlere Szene. Es gibt Phasen mit mal mehr, mal weniger Klebern. Wir haben aber auch eine reinliche Stadt, die regelmässig flächendeckend Kleber entfernen lässt. Wir brauchen darum einen langen Atem, eine grosse Dringlichkeit, die uns motiviert und/oder Lust zum Katz und- Mausspiel – offenbar haben einige von uns mindestens etwas davon. Von den Stadtbewohnern erfährt sie glaube ich grösstenteils nicht viel Beachtung und Auseinandersetzung, da Stickers oft nicht als Träger künstlerischen Ausdrucks verstanden werden.

HAST DU VERÄNDERUNGEN BEMERKT IN DER STICKER-SZENE IN BASEL, SEIT DU ANGEFANGEN HAST?
Nicht so sehr, es gibt aber immer wieder welche, die von der Bildfläche verschwinden und neue Klebende, die erfreulicherweise dazukommen. Aktualitäten haben teilweise Einfluss auf die Inhalte.

WAS BEDEUTET DIR DAS STICKERN UND KLEBEN?
Ich zeichne alle Kleber von Hand und habe so eine kleine Familie von meistens gutgelaunten Kreatürchen ins Leben gerufen. Mein Anliegen ist es, gute Vibes zu verbreiten, und unseren Lebensraum lebendiger, bunter und abenteuerlich zu machen. Ich gestalte die Stadt so mit. Wenn ich unterwegs bin, erlebe ich dann meine Wege bewusster. Ich schaue mehr rum, entdecke bisher ungesehene Details Basels.

WELCHE MATERIALIEN NUTZT DU FÜR DEINE STICKERS? WAS IST DEIN KREATIVER PROZESS?
Papierklebeetiketten und Fineliner. Meiner Stimmung oder dem Klebeziel entsprechend zeichne ich ein paar meiner Characters und füge oft Text dazu.

HAST DU FAVORITEN UNTER DEN STICKERKÜNSTLERINNEN IN BASEL?
Ätr, Raubzug, SOLO, Sehräuber...

GEHST DU GEZIELT RAUS, UM ZU KLEBEN ODER GEHÖRT DAS EINFACH SO ZU DEINEM ALLTAG?
Ich habe oft Kleber bei mir und klebe sie im Alltag, wenn ich passende Orte entdecke.

HATTEST DU JE PROBLEME MIT DER POLIZEI BEIM KLEBEN?
Nein.