SLAP ME BABY

Im Gespräch mit rr.oner

Auf dieser Seite findest du ein Gespräch, das solo mit roner für das erste Slap Me Baby Zine geführt hat.

Gespräch als PDF


Wie und warum hast du mit dem Kleben angefangen? Was hat dich inspiriert, Stickers zu machen?
Ich bin durchs tägliche Zeichnen auf Stickers gekommen, habe dann, statt viel Papier zu verbrauchen, Kleber dazu genutzt, um meine “Skizzen” loszuwerden.

Wie lange bist du schon dabei?
Meine ersten Stickers sind ca. 2003 entstanden, dies meist irgendwelche Totenköpfe, Köpfe... Seit ungefähr 2010, mache ich regelmässig Stickers.

Was sind deine Gedanken über die Sticker Szene in Basel?
In Basel dominiert das “Rotblaue”, dies meine ich nicht respektlos: es ist halt auffallend. Die sogenannte “Szene” erkenne ich nicht, noch nicht. Viele der Stickers, die es in Basel gibt, gibt es woanders auch.
Da sich die Stadt, ähnlich wie Zürich, zu einer Metropole entwickelt hat, gibts in Basel auch genügend finanzielle Mittel für die Reinigung der Strassen. Orte wie das Kleinbasel sind hingegen Orte, an denen Stickers, die Kunst auf und an der Strasse, oft länger stehen bleiben.

Hast du Veränderungen gesehen in der Sticker-Szene in Basel, seit du angefangen hast?
Ich achte mich nicht wirklich darauf. Auffallend sind die FCB Stickers, die in grösserer Menge geklebt werden. Mir fällt auf, dass es nicht viele gibt, die sich “Zeit” für die Kleber nehmen, sei dies in der Produktion oder beim Kleben.

Was bedeutet dir das Stickern und Kleben?
Es ist Phasenweise ein grosser Teil, jedoch auch oft eher eine “Begleiterscheinung”. Mich freut es wenn gewisse Sticker länger kleben als andere. Das ganze ist ein Spiel, dabei mache ich zu 80% Zweiter, jedoch motiviert dies, weiterhin meine Stickers zu kleben. Ebenso ist es eine gewisse Seelenreinigung, dies vor allem bei 100% selbst gezeichneten, gemachten Kleber, denn jeden dieser Kleber gibt es nur ein mal!

Welche Materialien nutzt du für deine Stickers? Wie sieht dein kreativer Prozess aus?
Ich nutze oft die Post-Kleber oder Klebefolie aus dem Handel. Mein Prozess ist nicht einfach erklärbar, da sich dieser sehr frei gestaltet. Ich zeichne, drucke, sprühe und gestalte meine Stickers. Ich bin ein “Multi-Medium”
Künstler. Ich begrenze mich nicht, oder oft zu wenig.

Hast du irgendwelche Favoriten unter den Sticker-KünstlerInnen?
Seit 2 Jahren bin ich in einem Künstler-Kollectiv dabei: TCF - The Chosen Few. In dieser Vereinigung (oder Crew) gibt es jede Menge internationale Künstler, die mich faszinieren und inspirieren. Ich hatte noch nie wirklich Favoriten, mich freut jeder Sticker, der nicht 08-15 ist und bei dem man eine gewisse Arbeit dahinter spürt.

Wie unterscheidet sich die Sticker-Szene von der Sprayer-Szene?
Ich glaube, man kann diese “Szenen” nicht auf eine Linie setzen. Ich bewege mich beim Stickern nicht in einer Szene, für dies ist Basel zu sauber und der Mehrwert der Stickers zu klein. Graffiti und das Taggen ist und bleibt 'ne Liga für sich. Ich probiere mich auch ab und zu an der Wand aus, stelle mich jedoch nicht in den Graffiti-Zirkel. Mir sind die Regeln klar und ich hatte immer grossen Respekt vor jedem Sprüher. Taggen ist mir zu heikel und ich sehe mich in dieser Aktivität eher nicht mehr. Gute Tags gibt es in Basel nur vereinzelt, für mich steht ein Tag jedoch auch sehr nahe am Writer, schmieren können viele!

Gehst du gezielt raus, um zu Kleben?
Ich habe meist Stickers dabei, brauche diese jedoch nicht immer. Es gibt Momente, da gehe ich gezielter raus zum Kleben, auf meinen Touren.

Hattest du je Probleme mit der Polizei beim Kleben?
Nö, eher mit Passanten oder “Haters”.

Gibt es noch etwas, was du über das Kleben erzählen möchtest?
Vieles, das ich klebe, ist schon weg oder zerstört. Diest ist so beim Stickern. Ich rate allen, die meine Stickers zerstören und sich danach mit eigenen Stickers outen oder überkleben: lasst solche Aktionen! Ich mache mehr als Kleber und dies schon länger, als gewisse meiner Haters leben! Der Respekt gehört für mich zum Sticker-Ding. Kleben ist ein Ausdruck von Leben. Peace!